Archiv für Oktober 2008

Deutschland? Nie wieder! – Gegen Rassismus und Antisemitismus! Gegen Volk und Nation!

Reichspogromnacht: Der deutsche Mob Vol. 1

Am 9. November 1938 brannten im ganzen Deutschen Reich Synagogen, wurden Geschäfte jüdischer Menschen geplündert, der faschistische deutsche Mob gab seinem kranken Antisemitismus Ausdruck.
Dies alles war weder der Anfang noch das Ende der antisemitischen Mord- und Gewalttaten in Deutschland.
Juden und Jüdinnen haben während der Geschichte der Diaspora immer wieder als Projektionsfläche für gesellschaftliche Missstände herhalten müssen.
Schon zur Zeit der Gründung des Deutschen Reichs wurde sich der Ausgrenzung und Dämonisierung der Juden und Jüdinnen bedient, um sich eine eigene nationale Identität zu erschaffen.
Diese antisemitischen Einstellungsmuster gipfelten im Dritten Reich in Auschwitz, der geplanten und eiskalt durchgeführten massenweisen Ermordung von JüdInnen.

Die Wiedervereinigung: Der deutsche Mob Vol. 2

Am 9. November 1989 war es mit dem geteilten Deutschland vorbei. Eine Welle der Euphorie ergriff das Land, die schnell in nationalem Taumel uferte.
Deutschland war wieder unter einer Fahne vereint, die DDR wurde in den gesamtdeutschen Staat integriert, welcher sich erstarkt in die Weltpolitik bewegen konnte.
Währenddessen tobten sich die RassistInnen und AntisemitInnen im Inland aus.
Flüchtlingswohnheime brannten(Rostock-Lichtenhagen, Hoyerswerda,…), Menschen wurden umgebracht, jüdische Friedhöfe geschändet, Synagogen angegriffen, die deutsche Naziszene konnte sich in diesem rassistischen deutschen Klima frei entfalten und ausweiten.
Die faktische Abschaffung des Asylrechts 1993 war nur eine logische Konsequenz aus der Stimmung innerhalb der deutschen Bevölkerung.
1995 wurde zum ersten Mal nach Ende des Zweiten Weltkriegs wieder ein Brandanschlag auf eine Synagoge verübt, drei neofaschistische Jugendliche warfen einen Molotov-Cocktail auf die Synagoge in Lübeck, in der die Familie des Kantors lebte.
Diese Tendenz kommt nicht von irgendwoher, die deutsche Nation bemüht sich wieder um einen „normalen“ Umgang mit ihrer Geschichte, auch die Einreihung deutscher Kriegstoter in die Zahl der Opfer Nazi-Deutschlands gilt heute als „normal“. Die postfaschistische Gesellschaft bemüht sich auch in Funk und Fernsehen darum, ihre Opferrolle zu untermauern, in Filmen wie „Dresden“ oder „Der Untergang“ wird die deutsche Geschichte nicht einfach nur verkürzt, sondern auch die Täter entlastend dargestellt.
Nationalfahnen-Gechwenke ist nicht mehr nur bei Fussballspielen „normal“, der Mob formiert sich bei Stadtfesten(wie z. B. in Mügeln)und prügelt auf alles ein, was nicht ins eigene beschränkte Weltbild passt.
Auch bei den als ach so friedlich bezeichneten WM und EM und dem als Fest angepriesenen „Public Viewing“ kam es massiv zu rassistischen und antisemitischen Übergriffen.

Deutschland wegmobben!
Die deutsche Geschichte und die aktuellen Entwicklungen in Deutschland zeigen deutlich, dass es einen Haufen Scheisse wegzukehren gilt.
Wegkehren heisst für uns aber nicht, diesen Haufen einfach zu verdrängen oder gar positiv umzudeuten, auch heisst es für uns nicht, ihn mit ein bisschen „Einigkeit und Recht und Freiheit“ zu übertünchen und somit die Realität zu verleugnen.
Wir wollen es nicht länger hinnehmen, dass Menschen aufgrund ihrer Religion, ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft oder ihres Aussehens verfolgt, verprügelt, ihre Glaubensstätten zerstört oder sie sogar umgebracht werden.
Wir haben keinen Bock darauf, dass sich Menschen einbilden, sich und andere in irgendwelche Schubladen, wie z.B. Nation oder „Volk“, zu stecken und wir werden uns dem feiernden, prügelnden und mordenden Mob sowie seiner ihm übergeordneten Zwangsgemeinschaft „deutscher Staat“ immer und überall entgegenstellen.

Unsere Überzeugung von einer freien Gesellschaft in einer freien Welt ist unvereinbar mit Rassismus, Antisemitismus und „Volksgemeinschaften“.
Egal, wo sich der deutsche Mob formiert, werden wir uns ihm entgegenstellen!
Deconstruct Germany!

Unterstützer_innen:
Anarchist Federation Lübeck
Antifa Kreis Plön
Autonome Antifa Ostholstein
Black Mosquito
Gruppe Zunder Kiel
Marlene Hates Germany
Schwarze Ranke
und Einzelpersonen

AUFMUCKEN GEGEN RECHTS! im Inihaus, Bad Oldesloe

Aufmucken Gegen Rechts geht in die 2. Runde aber dieses mal in der Form eines Bandkontest. Ziel ist es wieder einen Sampler zusammen zustellen, blos diesesmal mit Bands die das Publikum auswählt (also ihr).
Bundesweit finden über 250 Konzerte Stadt und eins davon hier im Inihaus in Bad Oldesloe. Und sei dies nicht genug, in Bad Oldesloe findet das einzige Konzert in Schleswig-Holstein statt und ist somit das Landesfinale. D.h. die Band die hier gewinnt geht direkt ins Tonstudio und nimmt eine Single gegen rechts auf, die dann auf den Aufmucken Sampler mit drauf kommt, der dann zu tausendfach in der Republik verteilt wird. (mehr…)

SILVIO-MEIER-DEMONSTRATION 2008

Kampf den Naziparteien, dem Rechtsrock und den „Autonomen“ Nationalisten

Vor 16 Jahren wurden vier junge Menschen von Neonazis am U-Bhf-Samariterstraße angegriffen und einer von ihnen in Folge der Auseinandersetzung ermordet. Der Hausbesetzer und Antifaschist Silvio Meier starb durch mehrere Messerstiche in die Brust. Was mittlerweile vielen als eine schon längst vergangene Zeit erscheint, ist nach wie vor Alltag in Deutschland: Neonazis morden, foltern und jagen weiterhin ihre Opfer. Berlin-Lichtenberg ist nach wie vor Hochburg der rechten Schläger. Doch wir werden die Straße nicht rechten Schlägern und ihren Unterstützern überlassen!

Aus Trauer wird Wut!
Kampf den Naziparteien!
Kampf dem Rechtsrock!
Und den „Autonomen“ Nationalisten!

DEMO: Samstag | 22. November | 15 Uhr | U-BHF. Samariter Straße
MAHNWACHE: Freitag | 21. November | 16 Uhr | U-Bhf. Samariter Straße
SOLI-PARTY: Samstag | 22. November | 21 Uhr | K9 / U-Bhf. Samariter Straße

Erfolge im Kampf gegen Thor Steinar

Berlin: TONSBERG muss raus

Der Räumungsklage der Impala GmbH gegen das Ladenlokal in der Rosa-Luxemburg-Straße 18 , in dem die in der rechtsextremen Szene äußerst beliebte Modemarke „Thor Steinar“ verkauft wird, wurde heute durch das Landgericht Berlin statt gegeben.

Der zuständige Richter am Landgericht Berlin folgte in weiten Teilen der Anklage. Die Protex GmbH , die den Laden angemietet hat, hätte den Vermieter über den Verkauf der Marke „Thor Steinar“ in dem Laden informieren müssen. Denn durch den TØNSBERG Laden könne dem Vermieter ein Schaden in Bezug auf aktuelle und zukünftige Mietverhältnisse in dem Haus entstehen.

Nur die Hinterlegung einer größeren Geldsumme oder der Verweis des Verfahrens an eine höhere Instanz kann nun noch die zeitnahe Räumung des Gewerberaums aufhalten.

MITTE GEGEN RECHTS begrüßt das Urteil und hofft das die Protex GmbH von ihrer zweimonatigen Berufungsfrist keinen Gebrauch machen wird.

Hamburg macht es vor

Zuvor hatte die Firma Protex GmbH, der Hauptvertreiber von Thor Steinar, bereits eine Absage in Hamburg einstecken müssen.

Im September hatte dort ein Thor-Steinar-Laden unter dem Namen „Brevik“ in der HSH Nordpassage eröffnet. Infolge massiver Proteste und Vorwürfe gegen den Vermieter, die HSH Nordbank, hatte diese entschieden, den Mietvertrag gegen Auszahlung einer Abfindung schnellstmöglich zu kündigen.

Besonders steht das Verhalten der Polizei und der HSH selbst in der Kritik. Die Polizei hatte mit massiven Aufgeboten versucht, den Laden vor Demonstranten zu schützen. Dabei wurde die Passage teilweise komplett abgeriegelt und viele der dort ansässigen Läden, besonders der alternative Bekleidungsshop „Colours“, hatten unter dem Ausbleiben von Kundschaft zu leiden, da diese von der Polizei am Betreten des Gebäudes gehindert wurde.
Der HSH wurde direkt nach der Eröffnung des Ladens vorgeworfen, sie hätte gewusst, was sie sich dort ins Haus holt. Den Vorwurf stritt ein Sprecher der Bank ab und erklärte, man habe mit der Protex GmbH nicht über das Verkaufssortiment gesprochen und nicht gewusst, dass diese rechtsextremistische Kleidung vertreibt.

Hamburger Politiker hatten den Rauswurf des Mieters gefordert, das „Hamburger Bündnis gegen Rechts“ sogar tägliche Kundgebungen vor der Passage angekündigt.

Der Protex GmbH wurde das Ultimatum gestellt, den Laden in der Spitaler Straße bis zum 31. Oktober 2008 zu räumen.

Wie schaut’s sonst so aus?

Auch in Magdeburg und Leipzig stehen noch im Oktober Urteilsverkündungen zu den Räumungsklagen gegen die dortigen Läden der Marke „Thor Steinar” aus. Es ist zu hoffen, dass die dortigen Gerichte ähnlich wie heute in Berlin entscheiden werden.

*Update*
Das Hamburger Bündnis hat am 15. Oktober beschlossen, statt der Demo am 1.11. am Samstag, den 25.10. ab 15 Uhr eine große Abschlusskundgebung zu machen, wo wir gemeinsam mit allen feiern, informieren und nochmal kräftig „Tschüss, Thor Steinar!“ sagen wollen.
Kommt zahlreich! Seid laut!

Antifaschistische Aktionstage in Berlin

siempre antifascista




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