Archiv für Januar 2009

Selbstverwaltetes Zentrum K4 nach 3 Wochen geräumt

Anfang des Jahres hatte sich in der Kurzen Strasse 4 in Flensburg ein neues Soziales Zentrum gegründet. Intention der InitiatorInnen ist und bleibt eine Institution, deren Räumlichkeiten und Projekte Platz lassen für ein menschliches Miteinander.

In der Kurzen Strasse entstand eine offene Gemeinschaft; die Wohnungen sollten jenseits sozialer Schranken allen Interessierten kostenlos zugänglich sein. Kochen, Kunst und Kultur sowie Politik und praktische Arbeit wie Nähen oder Handwerken hätten hier endlich ein Ambiente fernab des Konsums und der finanziellen Exklusion gefunden. Geplant waren unter anderem eine Volksküche (insbesondere als längst überfälliger Warteraum für die Flensburger Tafel, wo bei Wind und Wetter die Bedürftigen vor der Tür stehen müssen), Trainingsräume, ein Umsonstladen und interdisziplinäre Veranstaltungen und Vorträge.

Kurz nachdem die freundliche Übernahme der Wohnungen, die mehr als zwei Jahre unsaniert leer standen, publik gemacht wurde fand die K4 ein jähes Ende. Am 27. Januar räumte der Verwalter des Hauses mit Hilfe der Polizei das Projekt. Am Abend des selben Tages fand eine Spontandemonstration in der Flensburger Innenstadt statt. Circa 80 SympathisantInnen der K4 zeigten sich solidarisch mit den ehemaligen BewohnerInnen. Nachdem anfänglich Parolen skandiert wurden und die Flensburger Bevölkerung mit Transparenten über den aktuellen Missstand informiert wurde erschien relativ zügig ein massiv überdimensioniertes Polizeiaufgebot. Der Umgang mit den Demonstrierenden seitens der Polizei war repressiv und provokativ, so fuhren die Einsatzwagen rasant (in der Fussgängerzone) und viel zu dicht an uns heran. Einige jüngere TeilnehmerInnen brachen offensichtlich in Panik aus, denn während des übereilten Verlassens der Fussgängerzone kam es am Rande zu kleineren Eklats.

Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen das die Eskalation nicht von uns gewollt war, aber wir verstehen die Wut derer, denen ein Traum zerstört wurde und sehen sie als Reaktion auf das Auftreten der Polizei.
Wir würden uns allerdings wünschen, dass generell mehr Menschen für ihre Rechte auf die Strasse gehen, denn nachvollziehbar ist der Unmut.
In Zeiten von Gentrifizierung, Sozialabbau, Prekarisierung und Perspektivlosigkeit kann es nicht angehen, dass dringend benötigte Freiräume wie die K4 ImmobilienspekulantInnen zum Opfer fallen. Es ist in unseren Augen absolut unmoralisch, finanziellen Interessen Priorität zu geben, wenn gerade in kleineren Städten wie Flensburg oder auf dem Land Jugendliche kaum Möglichkeiten der Freizeitgestaltung haben. Ein Objekt wie die Kurze Strasse 4 jahrelang verfallen zu lassen, nur um dann die konstruktive Nutzung per Gericht verhindern zu lassen, das ist eine Tatsache, mit der wir uns nicht abfinden werden.

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Am Samstag den 31.01.09 findet eine Soli-Demo für das geräumte Haus statt. Treffen ist um 14 Uhr am Südermarkt. Kommt zahlreich und entschlossen!
Wir wollen zeigen das wir uns nicht unterkriegen lassen und bereit sind uns friedlich und kreativ für unsere Träume und Wünsche allen Widerständen entgegenzustellen.

Quelle: indymedia.org, 29. Januar 2009

Zurück nach Vorgestern

Der Papst rückt öffentlich immer deutlicher nach rechts, wie die Begnadigung eines Holocaustleugners zeigt. VON PHILIPP GESSLER

Fast muss man dem Papst dankbar sein. Oder besser: seiner Dummheit. Benedikt XVI. hat einen exkommunizierten Holocaustleugner gnädig wieder aufgenommen – und im Zuge der weltweiten Empörung über diesen den NS-Völkermord verneinenden Bischof Richard Williamson können nun die meisten erst ermessen, was für Gestalten der Papst wieder in die Kirche lässt: Ultra-Traditionalisten und Reaktionäre, die noch im antimodernen, antidemokratischen und antijüdischen Sumpf hocken, den die römisch-katholische Weltkirche seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil vor mehr als 40 Jahren überwunden zu haben schien.

Williamson hat mehrmals auf platteste Art und Weise den Mord an den sechs Millionen Juden in Europa geleugnet, ebenso die Existenz von Gaskammern. Der Brite ist einer von vier aus der Kirche ausgeschlossenen Bischöfen der reaktionären Priesterbruderschaft St. Pius X. Sie sind Anhänger des völlig zurecht 1988 von Benedikts Vorgänger Johannes Paul II. exkommunizierten Erzbischofs Marcel Lefebvre, eines Konzilfeindes, der als Ausgestoßener starb. Nun sind die Lefebvre-Fans wieder Teil der Weltkirche, dank der „väterlichen Barmherzigkeit“ des Papstes, wie man im Vatikan sagt, ohne rot zu werden. Man weiß gar nicht, was einen mehr empören soll, die Dreistigkeit dieses päpstlichen Aktes oder die Schleimigkeit seiner verbalen Verteidigung.

Jetzt, nach harrschen Protesten nicht zuletzt jüdischer Organisationen, rudert der Papst zurück: Am Montag ließ er seinen Ökumene-Experten Kardinal Walter Kasper klarstellen, dass der Vatikan jegliche Holocaust-Leugnung ablehne. Auch die katholischen Bischöfe Deutschlands sprechen nun ihre Hoffnung aus, dass Williamson bald seine Aussagen zurücknehmen werde. Tja, es bleiben Glaube, Liebe, Hoffnung, wie Paulus sagt.

Deutlich wird an alldem: Papst Benedikt XVI. lässt mehr und mehr die Hosen runter. Er entpuppt sich immer deutlicher als der Erzkonservative und Konzilsverächter, den manche in den vergangenen Jahren in ihm nicht mehr sehen wollten. Die skandalöse Pius-XII.-Schau in Berlin, die Förderung der „lateinischen“ Messe, die Wiederaufnahme der exkommunizierten Bischöfe und viele andere Zeichen aus Rom weisen alle in die gleiche Richtung: Nein, dieser Papst will mit seiner Kirche nicht zurück nach Gestern. Er will nach Vorgestern.

Quelle: taz.de, 27. Januar 2009

Lüneburg, 31.1.2009 – Den braunen Sumpf trockenlegen!

Das Ostpreußische Landesmuseum schließen! Kein Raum für Geschichtsrevisionismus und Revanchismus!

Unter diesem Motto findet am 31.1.09 in Lüneburg eine Kundgebung für die Schließung des „Museums“ statt. Organisiert von der der Antifa-Lüneburg.

Kundgebung in Lüneburg: Samstag 31.1.09 | 12 Uhr | Ritterstraße

Nicht nur das unkommentierte Ausstellen von Jagdtrophäen des Gestapo Gründers Hermann Göring machen die geschichtsrevisionistische Ausrichtung des Ostpreußischen Landesmuseums in Lüneburg deutlich. Die Landsmannschaft Ostpreußen, der Stiftungsrat des Museums und der Förderkreis des Museums werden von Personen gelenkt, die verschiedenste Verbindungen zu extrem rechten Organisationen pflegen.
Um dem staatlich geförderten Revanchistentempel einen Riegel vorzuschieben, mobilisiert die Lüneburger Antifa zu einer Kundgebung.

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Besetztes Haus in Erfurt verteidigen!

Ab dem 21.1. wird eine Aktionswoche gegen die Räumung unseres Projekts stattfinden. Wir bereiten dazu verschiedene Aktionen, Workshops und Veranstaltungen vor. Höhepunkt dieser Aktionswoche wird eine Demonstration unter dem Motto “Hände weg vom besetzten Haus!” sein, die am 24.1. um 13.00 Uhr auf dem Erfurter Bahnhofsvorplatz startet.

Für die komplette Zeit sind ausreichend Schlafplätze vorhanden.

Am Mittwoch (21.) beginnt die Aktionswoche tagsüber mit einem Bautag, einer Pressekonferenz um 18 Uhr und einer Rote Hilfe / Ermittlungsausschuss Infoveranstaltung um 19 Uhr.

Zentraler Anlaufpunkt für die gesamte Zeit ist das Besetzte Haus. Hier gibt es alle weiteren Informationen zur Aktionswoche und zum aktuellen Stand.

Kommt also zahlreich vorbei und unterstützt uns bei den geplanten Aktionen oder werdet selbst aktiv um im Vorfeld einer Räumung klar zu machen, dass wir dieses Projekt nicht kampflos aufgeben werden!

Wir bleiben alle!

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17.1. – Kein Reichsgründungskommers in Hamburg!

Die völkische Studentenverbindung „Hamburger Burschenschaft Germania“
veranstaltet am Samstag einen „Reichsgründungskommers“, bei dem der
beliebte NPD-Redner Dr. Björn Clemens reden wird. Erst vor wenigen Wochen
bekam die „Hamburger Burschenschaft Germania“ wegen ihrer rechten
Gesinnung ein Hausverbot im Hamburger Logenhaus. Der eigentliche Skandal
ist jedoch, dass seit 2005 der Erste Vorsitzende der Alten Herren der
Germanen ein hoher Hamburger Beamter ist. Götz Noack ist stellvertretender
Vorsteher des Finanzamtes Hamburg-Nord.

Das Hamburger Bündnis gegen Rechts ruft daher zu einer antifaschistischen
Kundgebung auf:

Samstag, d. 17. Januar 2009, 19 Uhr
ANTIFASCHISTISCHE KUNDGEBUNG
„Kein Reichsgründungskommers in Hamburg!
Schluss mit den Nazi-Veranstaltungen im Germanenhaus!“
Ort: Höhe Sierichstraße 23

Wir fordern:

  • Kein Reichsgründungskommers!
  • Schluss mit den Nazi-Veranstaltungen im Germanenhaus!
  • Vollständige Aufdeckung der Kooperation von Neonazis, Konservatismus und Hamburger Establishment!
  • Schluss mit der Finanzierung der Burschenschaft Germania durch Steuergelder!
  • Kommt zur Kundgebung!
    Kein Fussbreit den Faschisten!

    http://www.keine-stimme-den-nazis.org/

    *UPDATE*
    Achtung: Der Reichsgründungskommers wurde nach Angaben der Website von Germania verlegt, was als Reaktion auf den angekündigten antifaschistischen Protest zu verstehen ist und schon im Vorfeld einen Sieg für uns bedeutet!

    „Achtung! Terminverlegung, neuen Termin bitte tel. od. per Mail erfragen)

    Festrede: Vbr. Dr Björn Clemens:

    „Schicksalsfrage Geschichtsbewußtsein“"

    Quelle: http://www.germania-hamburg.de/neu/main_frame.htm

    Trotzdem ist es wichtig, dass wir den neuen Veranstaltungsort so schnell wie möglich ausmachen, damit die Nazis nicht in Ruhe gelassen werden und wir ihnen zeigen, dass man Antifaschismus nicht in die Irre führen und nicht aus dem Weg gehen kann!
    Als Möglichkeit steht dabei wieder das Logenhaus an der Moorweide bereit, was aber weder gesichert gesagt werden kann, noch wahrscheinlich ist, da die Burschenschaft dort bereits eine Absage im Vorfeld erhalten hatte!




    Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: