Archiv für Mai 2009

No future for the Krauts Keine Zukunft für Nationalismus

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UPDATE

Das Verwaltungsgericht Schleswig kippte heute das Verbot.
Wie und wo die Nazis genau marschieren dürfen, entscheidet nun wieder der Kreis. Auch steht es dem Kreis frei, noch Beschwerde vor dem OVG einzureichen.
Wir bleiben dabei:

11:30 Uhr Bahnhof Pinneberg

Naziaufmarsch in Pinneberg ! Blockieren ! Sabotieren ! Verhindern !

Am 06. Juni 2009 wollen Nazis in Pinneberg einen Aufmarsch unter dem rassistischen Motto „Unser Signal gegen Überfremdung“ durchführen. Der Anmelder Thomas Wulff, bekannt als NPD-Mitglied und Gründer des Neonazi-Aktionsbüros-Norddeutschland. Dies soll die Auftaktveranstaltung zu einer jährlichen Aufmarschserie in Norddeutschland unter der Parole „Tag der deutschen Zukunft“ sein.

„Tag der deutschen Zukunft“

Hinter dieser harmlosen Parole steckt jedoch eine völkisch-rassisistische Ideologie. Dieses Gedankengut, welches die Nazis an den Tag legen, wird nicht etwa nur von ihresgleichen vertreten, sondern reicht auch bis zur Mitte der Gesellschaft. Es werden Menschen zu einer Kultur zugehörig gezählt und zu einem „Volk“ erklärt. Dieses „Volk“ definiert sich durch eine Abstammungsgemeinschaft, auf welcher die „Blut-und-Boden-Theorie“ der Nazis aufbaut. Den Zugehörigen dieses „Volkes“ werden gemeinsame Interessen unterstellt, die sie gegenüber anderen Menschen verteidigen müssten. Dazu zählt, dass das „Volk“ ein bestimmtes Gebiet als ihre Heimat definiert und das Recht beansprucht anderen Menschen das Leben in diesem Gebiet zu verwehren.
Auf dieser, auf Hirngespinsten basierenden Theorie, baut das heutzutage vorherrschende Nationalstaatensystem und somit auch die Abschiebepolitik Deutschlands und ganz Europas auf. In der Gesellschaft wird diese Ideologie immer wieder reproduziert, wie in der „Du bist Deutschland“ Kampagne oder bei den Feierlichkeiten zum „Tag der deutschen Einheit“.
Die Konstrukte von „Volk und Nation“ erscheinen im Alltag als etwas natürliches. Dies ist allerdings ein Irrtum, denn es handelt hier um von der Gesellschaft geschaffene Kategorien, die ihren Einfluss auf die Realität dadurch gewinnen, dass sie täglich von ihr reproduziert werden. Es wird ein „wir“ herbeigeredet, wo kein „wir“ ist, um damit andere Hierarchien durchzusetzen, wie zum Beispiel das kapitalistische Lohnsystem, sowie patriarchale und rassistische Machtstrukturen. Diese Konstrukte, gilt es zu kritisieren und zu dekonstruieren, anstatt ihnen noch mehr Bedeutung zuzusprechen, wie die Nazis es mit ihrer Ideologie tun.

Warum in Pinneberg?

In der Vergangenheit gab es immer wieder aktive Nazigruppierungen im Kreis Pinneberg. Wie zum Beispiel die FAP Bundesgeschäftsstelle in Halstenbek, diese bestand bis zu ihrem Verbot 1995. Darauf folgte die Kameradschaft Pinneberg, von der ein kleiner Teil später als „Combat 18 Pinneberg“ agierte. Dieser wurde 2005 verboten, da „C18“ Strukturen des verbotenen Neonazi-Netzwerks „Blood&Honour“ weitergeführt hat. Parallel entstand eine Gruppierung, welche sich „Kameradschaft Elbmarsch“ nannte und bei vielen Nazigroßevents beteiligt war, wie z.B. dem Rudolf-Heß-Marsch in Wunsiedel 2002, inzwischen sind die Aktivitäten der Gruppe jedoch nahezu eingeschlafen. Seit diese Gruppen nicht mehr aktiv sind, gab es immer wieder Versuche neue Strukturen in Pinneberg zu etablieren. So wurde im Sommer 2007 zur Gründung einer neuen Kameradschaft aufgerufen, woran auch Personen der ehemaligen „Kameradschaft Elbmarsch“ beteiligt waren. Dieser Versuch hatte keinen Erfolg, da mit vielen antifaschistischen Aktionen geantwortet wurde, wie zum Beispiel einer antifaschistischen Demonstration am 1.3.2008 durch die Pinneberger Innenstadt. Die Nazidemo am 6.6.2009 sehen wir als einen erneuten Versuch Nazistrukturen im Kreis Pinneberg zu etablieren.

The show must go on…

Am 6.6.2009 wollen wir den Nazis zeigen, dass wir als Antifaschist_innen und Antirassist_innen für eine Welt eintreten,in der die Menschen ohne Nationen und Hierarchien zusammenleben. Wir sprechen uns für ein uneingeschränktes Bleiberecht für Flüchtlinge aus, dem vollen Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und Arbeitsmarkt. Es ist notwendig Rassismus am Arbeitsplatz, in der Schule und in der Freizeit entgegenzutreten.

Wir wollen an diesem Tag keine „National befreite Zone“ in Pinneberg, die von der Polizei durchgesetzt wird, sondern rufen zu vielfältigen, direkten Aktionen gegen den Naziaufmarsch auf.
Wenn sich Faschist_innen zusammenrotten, um ihre Hetze in die Öffentlichkeit zu tragen, hat dies nichts mit freier Meinungsäußerung zu tun, wie so oft von bürgerlicher Seite behauptet wird. Stattdessen stellt dies eine Bedrohung für jede Form von emanzipatorischer Politik und für alle Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen können, oder wollen, dar.
Zeigen wir den Nazis ein für allemal, dass sie weder hier, noch anderswo ihr menschenverachtendes Weltbild zur Schau tragen dürfen!
Wir lassen uns auch nicht von der Polizei vorschreiben, wann und wo wir unseren Protest auf die Straße bringen!

Beteiligt euch an den Gegenaktionen zum Naziaufmarsch und informiert euch über den aktuellen Stand der Gegenmobilisierung!

Unterstützer_innen:

Antifa Pinneberg | Antifa Elmshorn | Antifaschistische Gruppen Hamburg | Autonome Antifa-Koordination Kiel |
Antifaschistische Aktion Lüneburg / Uelzen | [ahoj] offenes antifaschistisches Jugendplenum Hamburg | Avanti – Projekt undogmatische Linke, Hamburg
| [aujah] autonome-jugendantifa-hamburg | Antifa Rendsburg | bremen.antifa.net

23. Mai 2009 – Lüneburg: Polizei setzt Naziaufmarsch durch

Unter dem Motto „Gegen Behördenwillkür – Keine Blockade der Meinungsfreiheit“ fand am 23. Mai ein Naziaufmarsch im niedersächsischen Lüneburg statt. 112 Neonazis wurden durch einen polizeilich abgesperrten Ortsteil geführt.

Neben der Bündniskundgebung „Keine Neonazis in unserer Stadt“ versuchten viele Antifaschist_innen zum Naziaufmarsch zu gelangen, um diesen zu stören oder aufzuhalten. Fast alle scheiterten an den weiträumigen Absperrungen der Polizei oder wurden aus der unmittelbaren Nähe zu den Nazis von der Polizei vertrieben.

Bevor die Neonazis die Stadt überhaupt erreichten, begann eine Kundgebung des Lüneburger „Bündnis für Demokratie – Netzwerk gegen Rechtsextremismus“ im Wasserviertel. Rund 1000 Menschen beteiligten sich an der Kundgebung, die zum Teil auf der Brücke stattfand, wo am 11. April ein Naziaufmarsch durch eine Sitzblockade gestoppt werden konnte. Das Lüneburger Bündnis beschränkte seine Aktion an diesem Tag auf eine stationäre Kundgebung, da ein Teil der eigentlich geplanten Route einer Demonstration verboten worden war.

Auf der Kundgebung sprachen neben einem Vertreter des DGB, der Dechant der katholischen Kirche, zwei Schüler_innen sowie ein Sprecher der Antifaschistischen Aktion Lüneburg/Uelzen.

Die Breite des Bündnisses und der Teilnehmer_innen symbolisierten zwei Transparente, die neben der Bühne zu sehen waren. Auf der einen Seite das Transparent der Lüneburger Kirchen mit der Aufschrift „Christen für Demokratie, gegen Extremismus“ und auf der anderen Seite ein Antifa-Transparent mit der Aufschrift „Faschismus bekämpfen! Auf allen Ebenen, mit allen Mitteln!“. Trotz dieser konträren Positionen, konnte sich auf der Bündniskundgebung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, gemeinsam gegen Nazis Flagge zu zeigen, geeinigt werden.

An der Kundgebung nahmen auch rund 300 Teilnehmer_innen des BUKOs teil. Der Kongress der Bundeskoordination Internationalismus fand an diesem Wochenende in Lüneburg statt und wurde für die Aktionen gegen Naziaufmarsch zum Teil unterbrochen. Die Teilnehmer_innen des BUKOs gingen geschlossen als Demonstrationszug von der Universität Richtung Innenstadt. Unterwegs wurde sie von der Polizei aufgehalten. Erst nachdem die Demo offiziell angemeldet wurde, konnten die Menschen weitergehen. Auf der Bündniskundgebung wurden sie lautstark begrüßt.

Noch während die Bündniskundgebung lief, versuchten viele Antifaschist_innen, sich im östlichen Stadtteil Neu Hagen zu sammeln, um dem Naziaufmarsch entgegenzutreten. Allerdings wurde das Gebiet seit etwa 9 Uhr Morgens polizeilich abgeriegelt.

Im Anschluss an die Bündniskundgebung machten sich viele Menschen auf den Weg Richtung Neu Hagen. Doch die meisten wurden schon nach wenigen hundert Metern an Polizeiabsperrungen aufgehalten. An diesen postierte die Polizei zum Teil auch Wasserwerfer.

Im östlichen Stadtteil konnten sich zum Teil auch die Anwohner_innen nicht mehr frei bewegen. Die Straßen, wo die Nazis entlang laufen sollten, waren am Ende menschenleer.

Selbst in der Innenstadt fanden Polizeikontrollen statt. So durchkämmten Polizeibeamte u.a. die Busse die Richtung Osten fuhren und zwangen immer wieder ihnen verdächtige Menschen die Busse zu verlassen. Auch einige Taxen wurden aufgehalten. Die Begründung für diese Schikanen war immer wieder, dass die Polizei die Menschen verdächtigte, dass diese den Naziaufmarsch stören wollten.

Das Viertel wurde weiträumig abgesperrt. Dennoch überwanden viele Antifaschist_innen diese erste Sperrlinie. Direkt an die Route kamen dann allerdings die Wenigsten, da diese noch einmal extra gesichert war. Im Gebiet rund um die Naziroute konnte mensch sich nur wenige Meter ungestört bewegen. Immer wieder hielten Polizeieinheiten die Menschen auf und kontrollierten die Personalien. Wer dort nicht direkt wohnte, erhielt einen Platzverweis. Auch Menschen die dort ihren Wohnsitz nachweisen konnten, erhielten zum Teil Platzverweise. Insgesamt stellte die Polizei 177 schriftliche Platzverweise aus.

Rund um die Absperrungen wurden Gruppen von Antifaschist_innen, zum Teil bis zu einer Stunde, festgehalten. Fünf Personen wurde kurzfristig in Gewahrsam genommen.

Als sich der Naziaufzug durch die Straßen bewegte, versuchten Polizeibeamte, die vor dem Naziaufmarsch hergingen, dafür zu sorgen, dass sämtliche Menschen an der Wegstrecke oder an den Fenstern und Türen verschwinden, da ihre Anwesenheit die Nazis angeblich „provozieren“ würde.

Letztendlich ging der Naziaufmarsch durch menschenleere Straßen. Nur aus weiterer Entfernung waren Proteste zu hören. Einige Menschen gelangten trotz allem an die Absperrungen entlang der Naziroute.

Am Naziaufmarsch nahmen 112 Personen teil. Diese Nazis reisten aus den fünf norddeutschen Bundesländern an. Als Redner traten u.a. Christian Worch, Dennis Bührig und Dieter Riefling auf.

Während des Tages waren die Nazis sichtlich darum bemüht, dass es nicht wieder zu Auseinandersetzungen mit der Polizei kommt und es wurde ein zurückhaltendes Auftreten verordnet.

Dennoch wurden zwei Strafverfahren wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Verstoß gegen das Waffengesetz eingeleitet.

Die Nazis blieben mit ihrer Mobilisierung weit hinter ihren Erwartungen zurück und der Naziaufmarsch an diesem Tag war dann auch der zahlenmäßig kleinste Aufmarsch seit 1999.

Auch wenn die Nazis sich lauthals über die Lüneburger Behörden beklagten, können sie sich bei der Polizei dafür bedanken, dass ihr Aufmarsch stattfinden konnte. Ein riesiges, martialisches Polizeiaufgebot sorgte für eine „ordnungsgemäße“ und störungsfreie Durchführung der Naziveranstaltung. Für die geringe Anzahl der Nazis wurde ein ganzer Stadtteil abgeriegelt und die Bewegungsfreiheit für alle dortigen Menschen fast komplett eingeschränkt. Dies zeigt, dass es nur noch mit solchen polizeistaatlichen Methoden gelingt, Naziaufmärsche gegen den Willen vieler Menschen durchzusetzen.

Auch wenn es nicht gelang, den Naziaufmarsch in Lüneburg zu verhindern, war als wichtiges Signal zu erkennen, dass bei vielen Menschen der Willen vorhanden ist, Naziaufmärsche zu stoppen.

JUZ-Bandabend zum 8. Mai – Ein voller Erfolg!

Gestern Abend versammelten sich über 150 politische wie unpolitische Jugendliche und Erwachsene im JUZ Büchen um gemeinsam den 64. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus und das Ende des 2. Weltkriegs zu feiern und ein Zeichen gegen Faschismus, Kapitalismus und den deutschen Normalzustand und für mehr kulturelle Vielfalt, Meinungsdiversität und politisches Engagement im Kreis Herzogtum Lauenburg zu setzen.

Es wurde friedlich, ausgiebig und gut gelaunt gefeiert, 5 Bands heizten den Gästen bis in die Nacht hinein ordentlich ein. Dabei waren die Stimmungsmacher von Phlegmatix, Grounded Monkey, Holger Burner, Used Illusions und No Time To Relax.

Die Jugendgruppen der Linksjugend-[’solid] Schwarzenbek und Jusos Büchen stellten sich und ihre Arbeit dem Publikum vor, außerdem wurde von einem Sprecher der ALS eine Rede der Pinneberger Antifa zu den Umständen und Gründen der Feier des 8. Mai gehalten. An mehreren Ständen wurde Infomaterial an die Leute gebracht und rege Diskussionen zu politischen Themen wie Bildungsstreik oder Kaptalismuskrise geführt.

Gegen Ende der Veranstaltung durften die Besucher noch ein kleines, farbenfrohes Feuerwerk genießen, welches abseits vom JUZ durchgeführt wurde. Die angekündigten Störungen durch die faschistischen Schergen der „Naso-LB“ blieben aus, den einzigen Platzverweis, der erteilt werden musste, erhielt ein offen homophober Mensch am Eingang des Hauses.

Insgesamt ist dieser Abend als großer Erfolg für alle Engagierten und die Gruppierungen im Kreis anzusehen:
Die Besucherzahlen überstiegen alle Erwartungen und sprengten förmlich die Kapazitäten des JUZ. Der Soli-Topf wurde reichlich gefüllt, sodass man nun genug finanzielle Mittel für weitere Aktionen und Veranstaltungen hat. Außerdem war dies das erste politische Konzert im Kreis seit langer Zeit und das rege Interesse aller Seiten ein überaus gutes Zeichen.

Der Grundstein für antifaschistisches und alternatives Engagement in Büchen wurde erfolgreich und unübersehbar gelegt.
Jetzt liegt es an uns allen, auf dieser Grundlage agitativ und entschlossen aktiv zu werden und den Nazis, der Privatisierung der öffentlichen Räume und anderen Missständen im Kreis und darüber hinaus vehement und unnachgiebig auf die Pelle zu rücken und diese erfolgreich zu bekämpfen!

Wir bedanken uns bei allen Besuchern und vor allem bei jenen, die uns geholfen haben, diese großartige Aktion durch ihre Mithilfe, Unterstützung und Solidarität erst zu ermöglichen und die über Spenden unsere zukünftige Arbeit gesichert haben. Danke!

Wir freuen uns schon auf das nächste Mal, wenn es wieder heisst:

Für eine alternative, solidarische und bunte Gemeinschaft im Kreis!
Gegen Faschisnus, Kapitalismus und den deutschen Normalzustand!
Selbstbestimmtes Leben statt einer Existenz in Unmündigkeit!

Kapitalismuskrise – Fette entlässt 250 Mitarbeiter!

Nach Angaben der Lübecker Nachrichten hat die Firma Fette aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg 250 Entlassungen im Zuge der Kapitalismuskrise angekündigt!

Auszug:

Schock für die Mitarbeiter bei Fette: Die Wirtschaftskrise schlägt in Schwarzenbek voll zu. Der Maschinenbauer Fette streicht 250 Arbeitsplätze.

Das ist fast ein Viertel der gesamten Belegschaft. DieMitarbeiter erfuhren davon am Donnerstag in einer Hausmitteilung. „Wir wissen, das sind erschreckende Zahlen. Aber wir müssen uns den Realitäten stellen“, heißt es von der Unternehmensführung.

Fette ist mit etwa 1100 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber im Kreis Herzogtum Lauenburg. Im Bereich von Tablettiermaschinen unter anderem für die Pharmaindustrie ist das Unternehmen Weltmarktführer. Bereits seit 1. Februar gilt bei dem Unternehmen Kurzarbeit. Erst vor einem Jahr feierte das Unternehmen sein 100-jähriges Bestehen…

LN (Donnerstag, 7.5.2009)

Was hier passiert entspricht der menschenverachtenden Logik des kapitalistischen Systems! Hier wird nur im Sinne des Profiterhaltes gehandelt, nicht etwaig um die Firma und somit ihre restliche Belegschaft zu retten. Diese Entwicklung ist die erste dieser Art in unserem Kreis, welche durch die momentane Kapitalismuskrise ausgelöst wurde.
Die Härte des Einschlags in die Arbeitswelt im Kreis ist dabei mehr als erschütternd und wird auch in Zukunft nicht verklingen, wir erleben hier sicher nicht die letzte Entlassungswelle dieser Art, denn:

Die Entlassungen sind nur Verzweifelungstaten am Anfang, es bleibt überhaupt fraglich, ob mittelständische Unternehmen wie Fette, die auch teilweise von der Krise schwer getroffenen Export leben, weiter existieren können! Die Krise ist noch lange nicht vorbei, nein, sie hat mit ihrer schieren Zerstörungsorgie gerade erst begonnen und solange wir nicht anfangen, (selbst-)kritische Ursachenbekämpfung zu betreiben und aktiv etwas dagegen zu unternehmen, dass plötzlich von einem auf den anderen Tag Mitmenschen ihre Existenz und Grundlage verlieren, Familien bankrott gehen und immer mehr Leute auf der Straße leben, werden wir ALLE unserer Zukunft nicht mehr sicher sein können!

Wir müssen dafür sorgen, dass die Krise nicht weiter unsere Umwelt auffrisst und unsere Leben zerstören!

Dabei dürfen wir aber nicht vergessen, dass alle von dieser Krisen in irgendeiner Weise betroffen sind und wir uns mit allen Mitmenschen solidarisieren müssen!
Es darf nicht wieder so weit kommen, dass der Rassismus, Antisemitismus oder gar Faschismus erneut Besitz von unseren Köpfen ergreift und wir Andersseiende und -denkende als die „Verantwortlichen in dieser Krise“ oder gar unsere „Arbeitsfeinde“ oder, so wie es uns die armseligen Neofaschisten von NPD und co gerne glauben machen wollen, „Diebe unserer Arbeitsstellen“ hinstellen, sondern Seite an Seite mit ihnen gegen die Krise kämpfen!

Der Feind ist nicht der Kollege Mitmensch und Betroffene neben dir, sondern die, die dir die Lügen in den Kopf drücken wollen: Faschisten und Kapitalisten, die sich vehement an ihre anachronistischen Ideen wie „Der Markt wird es schon richten!“ oder „Nur als reines, deutsches Volk sind wir stark“ klammern, sind diejenigen, die solche Situati0nen ausnützen und ihre Vorteile aus dem Leid und der Verzweifelung der Betroffenen ziehen, um ihnen mit falschen Vorstellungen, Hoffnungen und Plänen den Menschenverstand zu vergiften und von der Realität abzulenken!

Das Problem ist die Logik eines Systems, dass den Menschen weithin als reines Mittel betrachtet! Der Fehler im System ist das System selbst!
Denn in solch einer Krise wird immer zuerst dort gespart, wo es keiner gebrauchen kann: in den sozialen Institutionen, im öffentlichen Bereich und vor allem BEIM MENSCHEN!

Entlassen wird man deswegen, weil man eine Belastung ist, die dem Fortbestehen des Systems im Wege steht! Wer nicht pariert oder kleinlaut schluckt, wird aus dem Weg geräumt! Wer alle Hoffnungen darauf setzt, durch langjährige Erfahrung und Anstellung im Schutz zu sein, dem sei gesagt: Das russische Roulette der kapitalistischen Kalkulation kann uns alle treffen!

Also: Bei wem liegt die Schuld?
Konzernleiter, Bankenchefs und Kapitalmanager sind mitverantwortlich für unsere Misere! Jedoch sind sie auch nur ein Teil der Maschinerie, die sie so dermaßen in Beschlag genommen und in die Zwänge des Systems eingeordnet hat, dass am Ende blinder Ehrgeiz und totale Raffgierigkeit über ihre ursprüngliche Menschlichkeit gesiegt haben, nur um ihre eigene Konkurrenzfähigkeit zu ihrem Vorteil zu erhalten. Ebenso wie der Großteil von uns es auch tut.
Unsere Wut und unser Hass sollten sich deswegen nicht nur gegen die vermeintlichen (und bemitleidendswerten) „Täter“ richten, sondern wir sollten sie konzentriert gegen das System „Kapitalismus“ einsetzen, welches seit Jahrzehnten für Ausbeutung, Existenzvernichtung und Krisenherdsbildung in der dritten Welt und jetzt auch bei uns steht und nun in allen Gesellschaften wütet!

Wir sollten uns und andere durch die offene Anerkennung, sowie kritische Auseinandersetzung und letztendlich Adaptierung von realistischen Alternativen zum Kapitalismus von diesem untergehenden Schiff retten, statt auf die Erlösung oder utopische Wunder der Selbstheilung zu hoffen!

Damit unser aller Zukunft gesichert ist, dürfen wir uns nicht weiterhin auf die Versprechen und Vorstellungen des sterbenden Kapitalismus einlassen, sondern müssen aktiv dagegen wirken und handeln!

Dabei gilt es auch durch Organisation und Zusammenschluss aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit auszubrechen und Selbstbestimmung zu erlernen, Gewerkschaften zu bilden, Streiks zu organisieren und soldarisch und im Sinne ALLER zu handeln, um am Ende frei und raus zu sein aus dem Strudel, der uns im Moment kontinuierlich hinabzieht.

Wir solidarisieren uns mit den Entlassenen von Fette und allen Opfern der Kapitalismuskrise!
Vergesellschaftung der Konzerne und Wirtschaft!
Don‘t fight the players – fight the game!
Für ein freies, selbstbestimmtes Leben!

1. Mai: Niederlage für Nazis und Angriffe auf uns alle

Am 1. Mai haben zehntausende Antifas, Linke und Bürger gegen Nazis demonstriert. Für diese war der diesjährige Tag eine große Niederlage. In Hannover blieb ihr Aufmarsch verboten, in Neubrandenburg wurde er abgesagt, in Mainz blockiert, in Ulm massiv angegriffen und in Berlin blieb es beim langweiligen Grillen im Hof der NPD Zentrale.

Rund 300 Neonazis griffen die 1. Mai-Kundgebung des DGB in Dortmund an. Dabei gingen sie mit äußerster Brutalität vor, warfen Steine auf die TeilnehmerInnen und schlugen mit Holzlatten auf sie ein. Danach zogen sie weiter randalierend durch die Innenstadt, bis die Polizei genügend Einsatzkräfte gesammelt hatte, um die Neonazis festzusetzen. Nachdem die Rechten von der Polizei überprüft wurden, wurden sie mit Bussen abtransportiert. Gegen sie wird nun wegen Landfriedenbruchs ermittelt.
Auch wurde die Demonstration des DGB in Rotenburg von rund 100 Nazis angegriffen.

Dabei fällt auf, dass sich das feige Pack als Novum bewusst friedliche und auf solche Situationen unvorbereitete Menschen ausgesucht hat, um durch Einschüchterung und Terror Meinungspluralismus und Widerstand gegen Kapitalismus und Faschismus mundtot zu machen und zu zerschlagen, ebenso wie es ihre Vorbilder, die Verbrecher der SA im dritten Reich ,vollzogen hatten.

Dies zeigt wieder deutlich, dass Bewegungen wie „Nationale Sozialisten“ oder „Autonome Nationalisten“ einfach nur pseudorevolutionäre Schläger sind, welche rein durch verachtenswerte Gewalttaten gegen Andersdenkende und -seiende ihre armseligen Ideologien und Ziele zu erreichen versuchen.
Und damit kläglich scheitern, wie jetzt an diesem 1. Mai oder in Lüneburg, Salzwedel und Bad Segeberg.

Trotzdessen wird sich dieser Dreck nicht einfach in Luft auflösen, auch wenn die Nazis zunehmend selbstzerstörerisch und -isolierend zu Werke gehen. Überfälle und Angriffe auf unsere Mitstreiter_Innen passieren weiterhin täglich und es liegt an uns, antifaschistischen Selbstschutz und vor allem aktiven Widerstand zu organisieren, um den Nazis ihre Räume, Gebiete, Häuser und die Luft zu atmen zu nehmen und ihnen entschlossen und unausweichlich die Straße zur Hölle zu machen!

Wir lassen uns diese Scheiße nicht weiter gefallen!
Kein Versuch der Nazis, die Straßen für sich zu gewinnen und ihre faschistoiden Vorstellungen in die Welt zu tragen, darf unbeantwortet bleiben!

Unsere Wut und unser Hass gegen ihre abartigen Vorstellungen und Vorgehensweisen darf nicht, wie so oft, im Schlamm des deutschen Alltages versickern, wir dürfen nicht wegsehen und akzeptieren, was jede_n von uns jederzeit und überall treffen kann!

Solche Angriffe sind auch immer Angriffe auf uns alle, da Nazis keinen Unterschied zwischen politischen oder unpolitischen, friedlichen oder radikalen Mitstreiter_Innen und Mitmenschen machen. Wir müssen handeln und dem Spuk ein Ende bereiten, bevor es wieder die trifft, die, wie in Dortmund, friedlich ihre Meinung kundtun wollen und aus ihrem pazifistischen Ansatz heraus leichte Ziele für die Faschisten darstellen!

Solidarität mit allen Opfern der faschistischen Gewalt!
Nazis von der Straße fegen!




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