21. September – Rassistischer Brandanschlag in Schwarzenbek!

Am 21. September 2009 ereignete sich in den frühen Morgenstunden in Schwarzenbek ein schwerer Brandanschlag auf das „Feuerschloss“, ein bekanntes Lokal in dieser Region. Dabei wurden auf dem Hof des Geländes Fensterscheiben eingeschlagen und drei Molotovcocktails hineingeworfen, welche zum Glück nicht zündeten.

Der mutmaßliche Täter meldete sich am folgenden Vormittag bei der Polizei und einem Reporter der „Lübecker Nachrichten“ und erklärte seine rassistische und rechtsextreme Einstellung als Motivation für diese Tat. Der Nazi hätte den Betreiber iranischer Herkunft und seine Familie, welche über dem Restaurant wohnt, töten können. Am Gebäude entstand ein erheblicher Sachschaden. Die Polizei war bisher nicht im Stande, den oder die Täter ausfindig zu machen, die Schleswig-Holsteinische Staatsschutzabteilung wurde hinzugezogen.

Der Täter erklärte am Telefon weiterhin, dass „dies nur der Anfang war“ und dass er nicht alleine sei: „Wir sind mehrere, eine ganze Gruppe“. Weiterhin forderte er „alle politischen“ auf, „etwas zu machen“. Im Laufe des Tages wurden dann mehrere Drohungen gegen verschiedene Läden in Schwarzenbek ausgesprochen, welche ebenfalls nicht in ihr deutsches „Welt“bild passen. Die Ankündigung, sie am folgenden Montagabend dann „plattzumachen“, bewahrheitete sich glücklicherweise nicht, dennoch ist in näherer Zukunft mit neonazistischen Aktivitäten in Schwarzenbek und Umgebung zu rechnen.
Diese müssen vehement aufgedeckt und verhindert werden!

Die neue Dimension der Naziaktivitäten in Schwarzenbek und damit auch im Kreis Hzgt. Lauenburg, welche im wahrsten Sinne des Wortes über Nacht erreicht wurde, ist dabei mehr als erschreckend und erinnert in der Form an die Brandanschläge vor 17 Jahren in Mölln 1992, bei welchen die 51-jährige Bahide Arslan, ihre 10jährige Enkelin Yeliz und die 14jährige Ayse Yilmaz von Neonazis ermordet wurden.
Die gesamte Situation ist für alle Betroffenen mehr als beunruhigend, da bisher nicht bekannt ist, welche Gruppe hinter dieser Tat steht.

Das offensichtliche Ziel der Nazis sind dabei Mitmenschen nicht-deutscher Herkunft, der Anrufer forderte unter Anderem im Bekennertelefonat „Scheiss Kanaken raus aus Schwarzenbek“.

Wir werden eine derartige Entwicklung hier im Kreis nicht hinnehmen und rufen deshalb dazu auf, sich gegen die Attentäter und ihre Einschüchterungs- und Mordversuche zu wehren und ihnen aktiv den Weg zu verstellen, damit sich ein derartiger Anschlag (oder gar schlimmeres) nicht erneut ereignen kann!

Wir sollten gemeinsam und entschlossen, sowohl praktisch, als auch theoretisch gegen die Auswüchse von Rassismus und Faschismus kämpfen und dem braunen Abschaum zeigen, dass er in dieser Stadt und darüber hinaus nicht willkommen ist!

Unsere Solidarität gilt den Betroffenen dieser widerwärtigen Tat und darüber hinaus allen Opfern des alltäglichen Rassismus in Deutschland und überall!
Organisiert euch, klärt euer Umfeld auf, setzt euch zusammen und überlegt gemeinsam, wie man diesen verabscheuungswürdigen Zuständen entgegentreten kann!

Antifaschismus, sowohl auf theoretischer, als auch auf praktischer Basis, ist in Zeiten wie diesen eine unabdingbare Notwendigkeit im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit und faschistische Tendenzen!

Dieses Attentat war und ist ein Angriff auf uns alle!

Wir dürfen in Zukunft nicht mehr nachsichtig im Bezug auf Diskriminierung, Verfolgung und Unterdrückung Andersdenkender- und seiender durch Neonazis sein, so wie es in Deutschland und anderswo oftmals der Fall ist. Viel zu oft ist es schon passiert, dass Menschen mitten in der Öffentlichkeit systematisch terrorisiert wurden, ohne dass jemand dem rechten Mob Einhalt geboten hat!
Faschismus ist keine Meinung, die man vertreten und ausleben darf, sondern ein Verbrechen gegen alle Menschen dieser Welt!


Kein Vergeben, kein Vergessen! – Nazistrukturen aufdecken und zerschlagen!
Kein Fussbreit den Faschisten!

Weitere Infos werden folgen.

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